Artikel über Lichterfelder Mühlen

1849/1850 Mühlenmeister Christian Friedrich Wolf, ein Bewirtschafter der Mühle in Lichterfelde
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Gebäude Alte Mühle am Buckowsee bis 1990

Ältestes Foto der Windmühle in Lichterfelde

Mühle mit E-Antrieb ca. 1920


Oberbarnimer Kreiskalender 1942: Mühlenwanderungen durch den Oberbarnim. Von Rudolf Schmidt (illustriert)


Mühle mit Flügel links neben der Schmiede


Gebäude Alte Mühle 2025

Der Mühlenteich ist wieder mit Wasser gefüllt

Es ist nun ein Naturschutzgebiet, in dem viele geschützte Vögel und Bieber ihr Revier gefunden haben
Lichterfelder Mühlen
Auf dem Berg vor dem Dorf stand eine Windmühle. Er wurde
daher Müllerberg und später Mühlenberg genannt. Ein
anderer Bericht beginnt so: Eine Windmühle, harrt vor dem
Dorfe. Die erste von der Gutsherrschaft Christof Sparren zu
Lichterfelde erbaute Windmühle ist aus dem Jahre 1562
bekannt, was bei Rudolf Schmidt ….sinngemäß so klingt..
„Der Landesherr Joachim, von Gottes Gnaden Markgraf zu
Brandenburg erwies 1562 seinem Hofmarschall für getreu
geleistete Dienste dadurch eine besondere Gefälligkeit, dass er
ihm, trotzdem die Lichterfelder in Eberswalde mahlen
mussten, erlaubt, eine Windmühle in Lichterfelde zu
errichten.“
Nach einer Kirchenbucheintagung 1601.12. Oktober ist
Thomaß Michel der Windmüller von der Windmüllen gefallen
und begraben. 1602, bei einem Vergleich zwischen dem
Kurfürst und den Gebrüder Sparren im Punkt Bau- und
Brennholz wurde der Windmühle von Lichterfelde jährlich
ein Fuder Stamm- und gutes Nutzholz zugestanden. Der
Nachfolger des verunglückten Meisters war der aus Garz
gebürtige Windmüller Michel Kellermann, der nach dem
Kirchenbuch im Jahre 1603 starb. Nächstdem wurde die
Mühle intermistisch bedient von Martin Böddicker, Müller zu
Heegermühle.
Die Unbilden des 30 jährigen Krieges und kräftige Unwetter
in dieser Zeit, die im Ort viel Schaden anrichteten, zerstörten
auch die Mühle. (1618 bis 1648 )
1681 wurde die Windmühle in Lichterfelde neu gebaut,
nachdem die alte Mühle verfallen war. Der damalige
kurfürstliche Heidereiter zu Grimnitz, Martin Max Kuße
hatte den Auftrage, an F.O.v.d. Groeben, „zur Erbauung
seiner verfallenen Windmühle“ 30 Stück abgestandener
„zopftrockener Eichen“ zu liefern, gegen Erlegung des
üblichen Stammgeldes. Das Stammgeld ist laut noch
vorhandener Quittung im Dezember 1682 bezahlt worden, so
dass damals die Mühle wiederum im Gang gebracht wurde.
1705 konzessionierte der König dem Gutherren eine „Maltz-
Grütz- undt Stampfmühle“, welche letzterer bei seinem Gute
Lichterfelde bauen möge. „Der geheime Kammerrat,
Oberdirektor der Domänen, auch Vizekammerpräsident
Wilhelm von der Groeben, heißt es in dieser Konzession, der
vermöge Lehnsbriefes bei seinem Gute Lichterfelde das
Mühlenrecht gleich seinen Vorfahren exercire und seine
Untertanen an keinem anderen Orte als auf seiner dortigen
Windmühle mahlen dürfen, aber danach, wenn es an Wind
ermangelt zum öfteren und sonderlich mit dem Grützkorn
nach Neustadt-Eberswalde gehen und von ihm vorher einen
Freizettel dazu nehmen müssen, daher er denn
alleruntertänigst gebeten haben wollte, ihm zu seinem und
seiner Untertanen Besten zu verstatten, daß er an einem
bequemen Orte eine Maltz- Grütz- und Stampfmühle auf seine
Kosten anbauen möchte … was ihm zu vergönnen … auch zu
nutzen und zu gebrauchen … hiermit verstattet wird.
So entstand eine weitere Mühle am Großen Buckowsee, „Alte
Mühle“ genannt. Wann genau die Wassermühle am großen
Buckowsee, von der 200 Jahre später noch Rudera vorhanden
sind eigentlich erbaut wurde, ist schwer festzustellen.
Ursprünglich hatte die Buckowseerinne keinen Abfluss. Zu
Beginn der 1700’er Jahre wurde das Gebiet zur besseren
Nutzbarkeit mit Tonrohren von einem Wasserloch zum
anderen verbunden und auch einige Entwässerungsgräben
angelegt.
Alle Gewässer westlich von Feld-Torge wurden über den
Schleisee zum großen Buckowsee geführt. Das am Ostufer des
Sees angestaute Wasser nutzte man für den Betrieb dieser
Wassermühle. Später erhielt auch der große Buckowsee einen
Abfluss zum kleinen Buckowsee, der über den Üdersee
(Besters Fließ) in den Finowkanal entwässerte.
1729 geht die „Alte Mühle“, sowie die 1584 erbaute
Windmühle vor dem Dorfe, von der Gutsherrschaft an den
bisherigen Pächter, Müller Andreas Füllgraben, über. Nach
dem Kaufkontrakt vom 9. November 1729 erkaufte letzterer
die „ zum hochadligen Gute Lichterfelde gehörige Wind- und
Wassermühle … nebst allem was darinnen erd- niet- und
nagelfest … mit freiem Ab- und Zufall des Wassers … vor um
250 Rhtlr. … Kaufsumma erb- und eigentümlich. „
Für das Betreiben der Mühlen hatte der Käufer jährlich eine
Erbpacht an die Herrschaft zu zahlen: 4 Wispel Roggen,
3 junge Hühner, das herrschaftliche Brot- und Schrotkorn
musste wie bisher kostenlos gemahlen werden und ein
Jagdhund war beständig zu halten zur „Ausfütterung“. Das
benötigte Bau- und Brennholz wird ihm frei und ohne Entgelt
gewährt. Als Zulieferer bekam er aus der Gutsbrauerei von
jedem „ganzen Brauen“ eine festgelegte „halbe Tonne
Trinken“. Sämtlichen Untertanen und alle Einwohner nebst
der „ Wirtschaftsdeputanten „ wurden ihm als Kunden zu
gesichert. So stand es auch dem Käufer frei, soviel Rohr vom
Mühlenteiche, als die Wassermühle und Scheune neu zu
decken erfordert, selber zu gewinnen. Dafür hatte er die
Mühle in vollkommenen Stand zu setzen. „Letztens werden
dem Käufer zehn Häupter Vieh inkl. des Zuwachses und zwei
Pferde oder Ochsen auf Lichterfelder Trift und Hütung …
verstattet.“
1745 gingen beide Mühlen an den Sohn, Johann Erdmann
Füllgraben, über, da der Vater „alters- und
schwachheitshalber, denen … Mühlen nicht mehr gehörig
vorzustehen“ vermochte. Wind- und Wassermühle wurden
einer gründlichen Reparatur unterzogen und dazu das
benötigte Bauholz aus der Grimmnitzer Forst geliefert.
Die „Maltz- Grütz- und Stampfmühle“ wurde noch zu
Lebzeiten des Oberamtmann Karbe stillgelegt, der 1852 starb.
Im Jahre 1784 wird ein Mühlenbesitzer mit Namen Jacob
Wulf (Meister) genannt.
Von einem Nachfolger, der die Windmühle auf dem Berg
bewirtschaftete, kaufte der Müller- und Bäckermeister Emil
Rückert vom Müller Brachlow Anfang des 19. Jahrhunderts
nach seiner Wanderschaft das Gewerk.
Um 1920 wurde die Mühle bereits elektrisch betrieben. Ihre
Flügel hatte sie durch Witterungseinflüsse und Sturm
verloren, so daß diese 1929 entfernt werden mußten. Damit
hatte die Windmühle das Recht verloren, sich weiterhin so zu
nennen und wurde fortan nur noch Mühle genannt. 1933 / 34
baute der Besitzer die Mühle um und sie bekam dabei einen
neuen Wellenkopf. Während sie sich mit den Flügeln nach
dem Wind drehen musste, konnte sie nun auf einen fest
gemauerten Sockel gehalten werden. Zur gleichen Zeit
richtete der Meister auch ein Geschäft ein. Brot wurde
gebacken und zusammen mit Mehl zum Versand gebracht.
Rückert, Müller u. Bäcker, Joachimsthaler Chaussee 4, führte
sein Gewerbe mit Geschäft und Brotversand bis in die
Kriegszeit hinein und bereits Ausgang 1946 übernahm ein
Verwandter den Mühlenbetrieb und betrieb diesen bis ca. 1951.
Bis auf die Grundmauern trug man die Mühle 1967 ab.



